Cookie-Banner prüfen: was Websites vor der Zustimmung laden
Ein Cookie-Banner auf der Seite heißt noch nicht, dass vor der Zustimmung nichts geladen wird. Bei fünf von acht Websites aus Bayern, die ich im September dafür angesehen habe, lief schon vorher etwas. Hier stehen zwei Beispiele im Einzelnen.
Wie ich das messe
Wenn ich eine Website auf Barrierefreiheit prüfe, lädt meine Prüfstrecke die Seite ohnehin im Browser. Dabei schreibt sie mit, welche fremden Server die Seite kontaktiert, bevor im Cookie-Banner irgendetwas angeklickt ist.
Ein Onlineshop: 20 fremde Server vor dem ersten Klick
Auf der Startseite eines Einzelhändlers hatte noch niemand im Banner etwas entschieden, und trotzdem gingen schon Anfragen an 20 fremde Server raus. Darunter waren diese Dienste:
- Tag Manager von Google
- ein Dienst für personalisierte Empfehlungen, der Daten an seinen eigenen Server zurückschickt
- ein Videoplayer
- ein Zahlungsdienst
- zwei Bewertungsdienste
Cookies von Dritten: keine gesetzt · erste Ebene des Banners: „Alles akzeptieren“ und „Einstellungen“, kein Ablehnen
Ein Ausflugsziel: Consent-Tool eingebaut, Google Fonts laden trotzdem
Die Website eines Ausflugsziels im Chiemgau nutzt das Consent-Tool eines bekannten Anbieters. Google Fonts und YouTube laden trotzdem, bevor jemand zustimmt. Meist liegt so etwas am Einbau und nicht am Werkzeug, etwa wenn Schriften und Videos direkt in der Vorlage stehen und nicht über das Tool gesteuert werden.
Was das für Ihre Website heißt
Ob Ihr Banner hält, was es verspricht, sehen Sie beim Anschauen der Seite nicht. Der DSGVO-Check lädt Ihre Seite in drei Zuständen, vor jeder Entscheidung, nach dem Ablehnen und nach dem Akzeptieren, und gleicht das Ergebnis mit Ihrer Datenschutzerklärung ab. Sie bekommen eine technische Bestandsaufnahme mit Belegen, die rechtliche Bewertung bleibt bei Ihrem Anwalt.