Cookie-Banner prüfen: was Websites vor der Zustimmung laden

Einzelhändler und Ausflugsziel aus Bayern · Messung im September 2026

Ein Cookie-Banner auf der Seite heißt noch nicht, dass vor der Zustimmung nichts geladen wird. Bei fünf von acht Websites aus Bayern, die ich im September dafür angesehen habe, lief schon vorher etwas. Hier stehen zwei Beispiele im Einzelnen.

Mitschrift der Startseite20 fremde Server, bevor jemand zustimmt

Wie ich das messe

Wenn ich eine Website auf Barrierefreiheit prüfe, lädt meine Prüfstrecke die Seite ohnehin im Browser. Dabei schreibt sie mit, welche fremden Server die Seite kontaktiert, bevor im Cookie-Banner irgendetwas angeklickt ist.

Ein Onlineshop: 20 fremde Server vor dem ersten Klick

Auf der Startseite eines Einzelhändlers hatte noch niemand im Banner etwas entschieden, und trotzdem gingen schon Anfragen an 20 fremde Server raus. Darunter waren diese Dienste:

Startseite, vor jeder Entscheidung im Banner
  • Tag Manager von Google
  • ein Dienst für personalisierte Empfehlungen, der Daten an seinen eigenen Server zurückschickt
  • ein Videoplayer
  • ein Zahlungsdienst
  • zwei Bewertungsdienste

Cookies von Dritten: keine gesetzt · erste Ebene des Banners: „Alles akzeptieren“ und „Einstellungen“, kein Ablehnen

Ein Ausflugsziel: Consent-Tool eingebaut, Google Fonts laden trotzdem

Die Website eines Ausflugsziels im Chiemgau nutzt das Consent-Tool eines bekannten Anbieters. Google Fonts und YouTube laden trotzdem, bevor jemand zustimmt. Meist liegt so etwas am Einbau und nicht am Werkzeug, etwa wenn Schriften und Videos direkt in der Vorlage stehen und nicht über das Tool gesteuert werden.

Was das für Ihre Website heißt

Ob Ihr Banner hält, was es verspricht, sehen Sie beim Anschauen der Seite nicht. Der DSGVO-Check lädt Ihre Seite in drei Zuständen, vor jeder Entscheidung, nach dem Ablehnen und nach dem Akzeptieren, und gleicht das Ergebnis mit Ihrer Datenschutzerklärung ab. Sie bekommen eine technische Bestandsaufnahme mit Belegen, die rechtliche Bewertung bleibt bei Ihrem Anwalt.

Weitere Fallbeispiele

Alle Fallbeispiele
  • Kopfzeile, vorgelesen„Link. Link. Link. Link. Link.“

    Hotel in Oberbayern · Kurzprüfung

    Ein Hotel vor dem Relaunch: zehn Symbole, die nichts sagen

    Die neue Website war schon in Arbeit. Die Kurzprüfung der alten hat gezeigt, welche Fehler die neue nicht übernehmen sollte.

  • Social-Media-Feed, vorgelesenDie ganze Bildunterschrift samt Emojis, 20 Mal hintereinander

    Ausflugsziel in Bayern · Kurzprüfung

    Ein Ausflugsziel mit Onlinetickets: gut gebaut, aber zu blass am Ticketknopf

    Formulare und Links waren sauber beschriftet. Am Knopf zum Ticketkauf fehlte Kontrast, und ein Social-Media-Feed las 20 Bildunterschriften vor.

  • Kontaktformular, vorgelesen„Eingabefeld, leer. Eingabefeld, leer. Eingabefeld, leer.“

    Lebensmittelhersteller aus Oberbayern · Kurzprüfung

    Ein Onlineshop, in dem jede Produktkachel nur „Link“ sagt

    Ein Lebensmittelhersteller verkauft online. Ein blinder Kunde kann dort die Produkte nicht auseinanderhalten und das Kontaktformular nicht ausfüllen.